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Gruppenarbeit der Bewährungshilfe am Landgericht Amberg

 
"'Soziale Gruppenarbeit mit Probandinnen"
(zuletzt aktualisiert April 2010)

 

WAS
Name des Projekts /der Gruppenarbeit: Soziale Gruppenarbeit mit Probandinnen, Beziehungen, Abhängigkeit, Co-Abhängigkeit, Lösungsansätze für Veränderungen bei frauenspezifischer Delinquenz
Ziel des Projekts / der Gruppenarbeit: Rückfallvermeidung, Selbstreflexion, Erfahrungsaustausch, Verhaltensänderung, Beziehungsaufbau zwischen Pb und BwH, zeitliche Entlastung des jeweiligen Bewährungshelfers
Kriterien der Zielgruppe:
o Welche ProbandenInnen gehören zur Zielgruppe?
ausschließlich Frauen
o Ausschlusskriterien (begründet)
Psychisch Kranke, Frauen, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen
o Alter keine Einschränkungen
o Geschlecht weiblich
o Teilnehmeranzahl max. 12
o Deliktspezifikationen, -schwerpunkte keine
o Teilnahme (freiwillig, über richterliche Auflage) freiwillig

WIE

Ressourcen:
o Benötigte Ressourcen
Gruppenraum im Haus, Flipchart, Methodenkoffer
o Kooperationspartner Kollegen
o Kosten des Projekts nur Methodenkoffer, Flipchart wenn nicht vorhanden
o Kostenträger  
o Freistellung keine, Gruppenarbeit ist Arbeitszeit
Umfang:
o Anzahl Veranstaltungen/Einheiten
mind. 10 Einheiten
o Dauer je Veranstaltung/Einheit wöchentlich 90 Minuten
o Vor- und Nachbereitungsaufwand der Einheiten ca. 1 – 1,5 Stunden
Verwendete Methoden:
o Welche Methoden fanden bei der Gruppenarbeit Verwendung?
Elemente aus der Transaktionsanalyse, Systemische Familientherapie, Soziale Gruppenarbeit
o Erlebnispädagogische Elemente keine
o Empfohlene Literatur - Geiger, G. (1996). NLP- erfolgreiches Konfliktmanagement. Durch bewusste [sic] Wahrnehmung sich selbst und andere richtig einschätzen und charakterisieren. 1. Auflage. München: Südwest Verlag GmbH & Co. KG. (ISBN: 3-517-01865-1)
- Steiner, C. (1987). Wie man Lebenspläne verändert. Die Arbeit mit Skripts in der Transaktionsanalyse. 6. Auflage. Paderborn: Jungfermannsche Verlagsbuchhandlung.
- Vopel, K. (1995). Selbstakzeptierung & Selbstverantwortung. Band 1. 5. Auflage. Salzhausen: iskopress. (ISBN: 3-89403-121-2)
- Vopel, K. (1997). Handbuch für Gruppenleiter/innen. Zur Theorie und Praxis der Interaktionsspiele. 8. Auflage. Salzhausen: iskopress. (ISBN: 3-89403-099-2)
- Systemische Familientherapie nach Bert Hellinger

WANN

Wann wurde diese/s Projekt/Gruppenarbeit erstmals durchgeführt? 2010
Wie oft seit dem? einmal
Wann wird diese/s Projekt/Gruppenarbeit das nächste Mal durchgeführt? Derzeit nicht geplant

WER

Durchführende/r Bewährungshelfer/in: Elfriede Wagner, Jacqueline Kraus beide am LG Amberg
Ansprechpartner/in bei Interesse: Elfriede Wagner, Jacqueline Kraus beide am LG Amberg

EVALUATION

Welche Erfahrungen wurden gemacht? (Positive, Negative)

Positive Erfahrungen:
1. Gruppenarbeit schafft Vertrauen zwischen Gruppenleitern und Probanden bzw. zwischen den Probanden selbst.
2. gegenseitige Hilfe und Beeinflussung der Gruppenmitglieder
3. Erfahrungen positiv durch bekannte Gruppenmitglieder. Hier fehlt die Erfahrung mit Probanden von Kollegen!
Negative Erfahrungen:
4. unzuverlässige Teilnahme (ca. 50%): Begründung ? Kinder als Hemmnis, Mobilität
5. Bei Planung (wenn nicht Auflage) muss mit 30-50% Schwund gerechnet werden, am besten verpflichtend machen (Vertrag, Institutionalisierung oder Standardisierung)
Sonstige:
6. für Frauengruppe keine männlichen Trainer!
7. bei mehr aktiven Teilnehmerinnen wären 9 Sitzungen zu wenig gewesen, d.h. flexible Ausweitung der Gruppe sollte möglich sein.
8. Gruppenregeln sind wichtig (klare Aussagen, klare Anweisungen)

Worauf ist bei dieser Gruppenarbeit besonders zu achten? 1. klare Struktur und Regeln
2. Planung: Vorlaufzeit ½ Jahr, mindestens jedoch 3 Monate
3. Konzeptplanung vor jeder Stunde
4. Flexibilität (Anzahl der Sitzungen)
Inwieweit wurden die Ziele der Gruppenarbeit erreicht? 1. Zeitliche Entlastung war zwar kurzfristig nicht möglich, da die Gruppe insgesamt sehr zeitaufwändig war, jedoch ist der Profit auf lange Zeit vermutlich sehr hoch durch den positiven Beziehungsaufbau zwischen Bewährungshelferin und Probandinnen.
2. Verbesserung der Qualität der Zusammenarbeit zwischen Bewährungshelfer und Probanden.
3. zumindest kurzfristige Rückfallprävention (Langfristigkeit bleibt abzuwarten, keine Prognose)
4. Stabilisierung der Lebenssituation einzelner Probandinnen durch Gewinn von Freundschaften innerhalb der Gruppe.
5. Persönlicher Profit der einzelnen Probandinnen (siehe Evaluation der Teilnehmerinnen)
6. Ziele der einzelnen Teilnehmerinnen wurden bearbeitet und erreicht (zumindest die Anfänge)
7. Selbstreflexion der Teilnehmerinnen!
8. Erfahrungsaustausch der Teilnehmerinnen
9. Ansätze von Verhaltensänderung der einzelnen Frauen waren im Verlauf der Gruppenarbeit erkennbar!