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Geschichtlicher Rückblick

Begründer der Bewährungshilfe ist der Schuhmacher John Augustus aus Boston/Massachusetts in den USA.

1841 verbürgte er sich persönlich im Gerichtssaal für einen straffälligen Alkoholiker. J.Augustus nahm sich des Trinkers persönlich an, beschaffte ihm einen Arbeitsplatz und unterstützte seine Familie. Der Erfolg blieb nicht aus; der Richter sah nach einiger Zeit von der vorgesehenen Strafe ab, weil sich der Proband wieder „gefangen“ hatte.

1878 führten diese Resozialisierungserfolge dazu, daß Massachusetts das erste Probationsgesetz der Welt erließ und die Stadt Boston ermächtigt wurde, einen kommunalen „Probation-Officer“ zu ernennen.
Dieses Modell wurde von anderen amerikanischen Staaten, von England, Frankreich und Belgien übernommen.

1903 wurde erstmals in Deutschland die Möglichkeit geschaffen Jugendlichen durch Strafaussetzung zur Bewährung die Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu erleichtern. Ihnen wurden jedoch keine BewährungshelferInnen beigeordnet.

1923 wurden im „Ersten Jugendgerichtsgesetz“ die Bestimmungen für die Bewilligung von Strafaussetzung zur Bewährung normiert.

1943 führten die politischen Veränderungen in Deutschland zur Abschaffung der 1923 geschaffenen Strafaussetzung zur Bewährung.

1951 wurde der „Verein Bewährungshilfe e.V.“ gegründet. In Anlehnung an das anglo-amerikanische Probationssystem wurden die ersten ( in heutigem Sinn verstandenen ) BewährungshelferInnen von den freien Trägern der Wohlfahrtspflege eingesetzt.

1953 führten diese positiven Erfahrungen zur gesetzlichen Verankerung der Institution Bewährungshilfe im Jugendgerichtsgesetz und Strafgesetzbuch; dadurch wurde Bewährungshilfe Bestandteil der justitiären, ambulanten Straffälligenhilfe.

(recherchiert von Hans Schönecker, Coburg)