Workshop 3: "Interkulturelle Kompetenz - Schlüssel für einen gelingenden Dialog"

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Inhalt

Bei der Betreuung von Klientel aus anderen Kulturkreisen beeinträchtigen sprachliche Barrieren aber auch unzureichende Kenntnisse über ihre kulturelle Prägung den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses.

- Die Auseinandersetzung mit delinquentem Verhalten wird oft durch das jeweilige Frauenbild bestimmt.

- Die Motivation und die Konsummuster von Suchtkranken sind häufig kulturell geprägt.

- Der Identitätskonflikt von Jugendlichen wird durch die Herkunft aus einem anderen Kulturkreis verstärkt und beeinflusst den Lebensplan.

- Gewaltstraftäter sind in der Regel von eigenen Gewalterfahrungen geprägt.

Der Workshop liefert den Teilnehmern Informationen (Fakten, Zahlen), bietet Raum für Erfahrungs- austausch und sensibilisiert für den kulturellen Hintergrund der Klienten.


Verlauf:

In einer Gruppe von 12 Teilnehmern erfolgte ein intensiver Austausch über die Prägung durch unterschiedliche Kulturen.

Fakten und Zahlen wurden im Hinblick auf die damit verbundene Lebenssituation diskutiert (s. Anlage Ländervergleich).

Eine Werteskala verschiedener Nationen wurde vorgestellt. Die Bestimmung  der Werte durch den jeweiligen geschichtlichen und politischen Hintergrund war zu erkennen (s. Anlage Werteskala).

Fallbeispiele wurden vorgestellt. Hier wurde deutlich, daß sprachliche Probleme die Beratungsinhalte reduzieren können. Beratungsziele orientieren sich häufig an der jeweiligen kulturellen Prägung und begrenzen Perspektiven.

Im Ergebnis geht es darum, noch mehr Sensibilität in der Beratung zu entwickeln und wenn möglich kulturelle Hintergründe für vorliegende Verhaltensmuster zu erfragen.

In einer praktischen Übung wurde spürbar, was „Fremdsein“ bedeutet.

Es ist davon auszugehen, daß die Bewährungshilfe zunehmend  Migranten betreuen wird. Damit verbunden ist eine intensive Schnittstellenarbeit (Ehrenamtliche Betreuer, Asylberatungsstellen, Ausländeramt usw.) und ein entsprechender zusätzlicher Zeitaufwand, der weitere personelle Ressourcen erfordert.
Folien
Zur Referentin:

Ilona Christl, MA Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaften. Ehrenamtskoordinatorin im Flüchtlingsbereich bei der AWO-Nürnberg, Intra- und interkulturelle Trainerin.